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Zurück Delphi-PRAXiS Delphi-PRAXiS - Lounge Klatsch und Tratsch Dürfen Bodenschätze für den Elektromarkt Menschenleben kosten?

Dürfen Bodenschätze für den Elektromarkt Menschenleben kosten?

Ein Thema von Frühlingsrolle · begonnen am 21. Dez 2019 · letzter Beitrag vom 22. Dez 2019
Antwort Antwort
Frühlingsrolle

Registriert seit: 31. Aug 2019
141 Beiträge
 
#1

Dürfen Bodenschätze für den Elektromarkt Menschenleben kosten?

  Alt 21. Dez 2019, 09:10
Hallo,

unser modernes Leben, und vorallem die "Energiewende", verlangt uns einiges ab.
Rohstoffe wie Silizium, Lithium und Kobalt werden immer mehr benötigt, um unsere Computer, Smartphones, E-Autos sowie deren Akkus anfertigen zu können.
Es wird euch bestimmt nicht entgangen sein, dass darüber seit Jahrzehnten berichtet wird - in den letzten 5 Jahren deutlich mehr als noch vor 20 Jahren.
Gern hätte ich die eine oder andere Meinung dazu, ob wir es nötig haben, alle Jahre wieder ein neues Smartphone kaufen zu müssen, obwohl das Alte noch tadellos funktioniert, und ob ihr euch im Klaren seid, unter welchen Bedingungen dies erst möglich wird / ist!?

The Guardian berichtete erst kürzlich über: Apple and Google named in US lawsuit over Congolese child cobalt mining deaths"]Apple and Google named in US lawsuit over Congolese child cobalt mining deaths
Hier wird insbesondere über Kinderarbeit der übelsten Sorte in der D.R. Kongo berichtet, die zum Abbau von Kobalt notwendig zu sein scheint.
Firmen wie Microsoft, Apple und Tesla sind nur einige Wenige, die diesen Umstand zu verantworten haben.
Was meint ihr dazu? Dürfen diese Unternehmen 1000-e Euro / Dollar an Smartphones verdienen, während Kinder wegen 2 Dollar am Tag ihr Leben in den Minen dafür riskieren?
Politicians are put there to give you the idea you have freedom of choice. You don't. You have no choice. You have owners. They own you. They own everything. They don't want well informed, well educated people capable of critical thinking. (George Denis Patrick Carlin)
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Benutzerbild von jfheins
jfheins

Registriert seit: 10. Jun 2004
Ort: Garching (TUM)
4.515 Beiträge
 
#2

AW: Dürfen Bodenschätze für den Elektromarkt Menschenleben kosten?

  Alt 21. Dez 2019, 11:08
Das ist eine nicht beantwortbare Frage.

Einerseits, weil das natürlich von jedem selbst abhängt. Andererseits, weil quasi überall ein Bruchteil von einem Menschenleben drin steckt. Würde die Menschheit von allem die Finger lassen, wo mal jemand gestorben ist, wir würden noch nicht mal in Höhlen leben.

Zum Beispiel: In Flugzeugen kommt es zu 0,003 Toten pro Milliarde Personenkilometer. Das ist übrigens auch durchaus einkalkuliert - bei einer Risikobewertung wird für jedes Detail geschätzt, wie wahrscheinlich (Auftrittsfrequenz) und wie schwer das Risiko ist (Tote) und an beiden Schrauben gedreht, bis das Produkt (In Toten pro Mrd. Kilometern) unter einer Schwelle ist.

Insofern: Natürlich ist jeder Tote einer zuviel. Aber das heißt in erster Linie, dass man die Sicherheit und Abbaubedingungen verbessern muss.

Um auf mein Problem mit der Frage zurück zu kommen: Eine analoge Frage wäre in etwa: Dürfen Arbeitsunfälle passieren? Naja, also es wäre schön wenn es möglichst wenige wäre. Aber für hinreichend viele Arbeiter lässt es sich niemals vermeiden, dass etwas passiert. Und wenn stolpert und sich den Arm bricht, dann nehmen wir das erfahrungsgemäß hin nd hören nicht alle auf zu arbeiten.

Du brauchst dich übrigens keineswegs auf den Elektromarkt beschränken. Ölförderung ist auch nicht besser
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Benutzerbild von blawen
blawen

Registriert seit: 1. Dez 2003
Ort: Luterbach (CH)
408 Beiträge
 
Delphi 10.3 Rio
 
#3

AW: Dürfen Bodenschätze für den Elektromarkt Menschenleben kosten?

  Alt 21. Dez 2019, 11:30
Insofern: Natürlich ist jeder Tote einer zuviel. Aber das heißt in erster Linie, dass man die Sicherheit und Abbaubedingungen verbessern muss.
Der Knackpunkt hier ist, dass es sich hier oft um Kinder handelt. In den meisten Ländern ist Kinderarbeit verboten, auch hierzulande. Dies wird aber gerne vergessen, weil man nur das neue Handy und dessen neue Möglichkeiten sieht und das ganze ist ja soooo weit weg. Anders sieht es aber meist aus, wenn es die eigenen Kinder betrifft.
Roland
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Benutzerbild von Uwe Raabe
Uwe Raabe

Registriert seit: 20. Jan 2006
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7.250 Beiträge
 
Delphi 10.3 Rio
 
#4

AW: Dürfen Bodenschätze für den Elektromarkt Menschenleben kosten?

  Alt 21. Dez 2019, 13:53
Dies wird aber gerne vergessen, weil man nur das neue Handy und dessen neue Möglichkeiten sieht und das ganze ist ja soooo weit weg.
Das mit soooo weit weg ist offenbar gar nicht von Belang: Darum ist uns Kinderarbeit beim Kleiderkauf egal
Uwe Raabe
Certified Delphi Master Developer
Embarcadero MVP
Blog: The Art of Delphi Programming
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Rollo62

Registriert seit: 15. Mär 2007
2.267 Beiträge
 
Delphi 10.3 Rio
 
#5

AW: Dürfen Bodenschätze für den Elektromarkt Menschenleben kosten?

  Alt 21. Dez 2019, 20:45
Das mag es Alles geben, aber insbesondere die großen Unternehmen geben sich schon Mühe sowas zu Vermeiden.
Es gibt z.B. BSCI Zertifizierungen, über die Arbeitssituation bei Unterlieferanten.
Eine große Marke kann und will sich keine Skandale leisten, deshalb glaube ich nicht immer allen Meldungen.
Bei kleineren, oder Sub-Sub-Lieferanten mag das ander sein, aber die Unternehmen werden jetzt sachon stark angehalten die ganzen Lieferketten zu kontrollieren.
Ich glaube man muss nicht immer alles Schwarz-Weiss sehen, es gibt halt auch viel grau und bunt
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MichaelT

Registriert seit: 14. Sep 2005
Ort: 4020 Linz
509 Beiträge
 
Delphi 10.3 Rio
 
#6

AW: Dürfen Bodenschätze für den Elektromarkt Menschenleben kosten?

  Alt 22. Dez 2019, 11:26
Im Zweifelsfall 'ja'.

Klar darf der 1000 USD nehmen.

In Mitteleuropa wird in dem Fall schnell die propagierte Sicht 'ewige' Mengen und Gewinnmaximierung, aber bei sinkendem Gewinn pro Stück, zur Falle. Dabei handelt es sich um eine verbreitete Sicht welche bei mitteleurop. Ökonomen sehr populär ist. Mehr nicht.

Das Ziel von Bewirtschaftung ist nicht Gerechtigkeit sonder effiziente (billig) Verwendung eingesetzter Ressourcen.

Hallo,
...
Was meint ihr dazu? Dürfen diese Unternehmen 1000-e Euro / Dollar an Smartphones verdienen, während Kinder wegen 2 Dollar am Tag ihr Leben in den Minen dafür riskieren?
Wirf nicht weg, sodass beim Güterbereitsteller der Eindruck entstünde er befriedigte im Rahmen der ewigen Mengenmaximierung Bedürfnisse. Bedürfnisse werden suggeriert um die 'ewige' Mengenmaximierung einerseits (be)treiben. Dem nachzugeben bedeutet gegebenenfalls aktiv provozierter Verschwendung nachzugeben.

Du steht gedanklich hinter einem vereinzelten Marktstanderl das selbst der Marktplatz ist und damit kannst keinen Bedarf außer den eigenen ermitteln (Kauf: ja oder nein, wenn ja wieviel). Der Güterbereitsteller zieht das Marktstanderl vor ein Auslieferungslager und formt dort einen Marktplatz auf dem er ein Monopol bildet.

Eine Industrielinie kann auf der Dynamik keinen Marktplatz beliefern. Entweder sie überschwemmt ihn mit dem selben Gut (auf jedem Standerl steht dasselbe, bspw. Eclipse oder Visual Studio) oder sie kollabiert. Zwischen den zwei Zuständen wird eine Industrielinie von exponentiell anmutendem Wachstum zu beginn hin zu immer stärker abflachendem betrieben.

Hallo,
Gern hätte ich die eine oder andere Meinung dazu, ob wir es nötig haben, alle Jahre wieder ein neues Smartphone kaufen zu müssen, obwohl das Alte noch tadellos funktioniert, und ob ihr euch im Klaren seid, unter welchen Bedingungen dies erst möglich wird / ist!?
...
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jobo

Registriert seit: 29. Nov 2010
2.707 Beiträge
 
Delphi 2010 Enterprise
 
#7

AW: Dürfen Bodenschätze für den Elektromarkt Menschenleben kosten?

  Alt 22. Dez 2019, 14:36
Firmen und Privatpersonen dürf(t)en sich im gesetzlichen Rahmen bewegen. Ansonsten ist es kriminell und darüber muss man wohl nicht diskutieren.
Jeder Politiker, der Firmen wegen moralischer Fehler tadelt, ist scheinheilig, denn er macht die Gesetze, an die sich jede Firma halten muss.
Jeder Konsument ist es ebenfalls, wenn er die Tadel ernst nimmt und die Produkte dieser Firmen kauft und diesen Politiker wählt.

Darüber hinaus kann man persönlich höhere Maßstäbe anlegen und sogar versuchen, diese politisch zu verfolgen. (derzeit gutes Beispiel dafür: Fridays for Future)

"Lustig":
Firmen, besonders gut verdienende, börsennotierte, sehen den Bedarf, ihr unternehmerisches Handeln gegen Skandale oder auch Shitstorms (also vielleicht irrationale, aber wirkungsvolle Anti Publicity) abzusichern. Das sind sie schließlich laut den Regeln den Aktionären schuldig* (immerhin, haha).
Was m.E. soviel bedeutet wie: "Wir sind zwar skrupellos und arbeiten im Rahmen der Gesetzgebung und Möglichkeiten (der jeweiligen (Produktions-)Länder- wo wir ja schließlich nicht aus Zufall produzieren-), aber es könnte ja durch einen dummen Fehler oder einen blöden Zufall unser Börsenwert sinken"

*Die Verantwortung gegenüber den Aktionären beinhaltet ja bspw. auch die Pflicht, Steuerschlupflöcher zu suchen und zu nutzen.

Das alles bedeutet immerhin, dass Unternehmen wissen, was Verantwortung bedeutet und sie auch zeigen. Nur halt nicht jedem.
Ähnlich dürfte es beim Konsumenten aussehen.

Zu diesen pauschalen Negativaussagen gibt es natürlich auch Ausnahmen.

Frohe Weihnachten an die DP Mitglieder!
Gruß, Jo

Geändert von jobo (22. Dez 2019 um 22:43 Uhr)
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