Ich bin ja auch so ein alter Knacker. Ich sehe aber jünger aus, als auf meinem Avatar-Bild

Was ist der IT-Unterschied zwischen meiner Jugendzeit und der heutigen?
Zunächst mal war IT viel teurer als heute. Wenn man also Equipment bekam und sich dessen bewusst war, war die Wertschätzung großer und man wollte es dann wohl auch intensiver nutzen.
IT war Neuland. Im Grunde war man Abenteurer, der sich durch einen Dschungel kämpfen und Dinge erst erforschen musste. IT ist heute kein Neuland, sondern selbstverständlich. Alle Infos sind im Internet zu finden. Den Reiz des Neuen und Unbekannten gibt es nicht mehr.
Das Erlernen der Programmierung war viel leichter. Wir hatten zwar nicht soviel leicht zugängliche Infos, aber die Komplexität war deutlich geringer. Man konnte Spiele programmieren, die die 64k-Grenze eingehalten haben und auf eine Diskette passten.
Schaut euch mal eine alte
IDE und die jetzige an. Die Lernkurve ist drastisch höher und der Einstieg entsprechend aufwändiger.
Entwicklung ging "damals" fast ausschließlich mit Bordmitteln. Versucht mal heute eine Anwendung ohne Third-Party-Tools zu entwickeln.
Schulbildung: Ich habe bereits Enkel. Was die in der 4- Klasse machen, haben wir zum Teil bereits in der 2. gemacht. Auch da läuft vieles schief.
IT ist heutzutage ein Hilfsmittel, bei dem kaum noch jemand Interesse hat, wie es funktioniert. Das ist vielleicht so ähnlich, wie bei mir mit Autos. Ich weiß, wie man eine Zündkerze wechselt (und auch noch ein paar andere Dinge), aber ansonsten muss das Ding nur nutzbar sein.
Alles was Neuland ist, ist spannend und findet seine "Follower". Sobald es zum Alltag gehört, hinterfragen die meisten nicht mehr, wie es funktioniert. Die Nutzung ist das Abenteuer und nicht mehr die Funktionalität. Je mehr die Abenteuerkurve abflacht, desdo uninteressanter wird es.
Wie in allen Bereichen, wird es dennoch weiterhin Leute geben, die sich damit auseinandersetzen. Allerdings werden das immer weniger sein. Das ist aber völlig normal und sollten wir bei solchen Überlegungen berücksichtigen. Das hat nämlich nichts mit IT zu tun, sondern betrifft alle Neuen Dinge, sobald diese in den Alltag übergehen. So entsteht dann auch eine Wegwerfgesellschaft. Geht ein Kabel am Gerät kaputt, wird das Gerät ausgetauscht. Ich wechsel dann immer noch das Kabel aus, weil ich noch weiß, wie das geht. Das ist dann offiziell nicht VDE-geprüft und sollte es Feuer fangen, bin ich Schuld. Womit wir beim Thema Überregulierung sind. Aber da kann ich nur genervt mit den Augen rollen