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Popov 20. Mai 2012 10:31

AW: Aktuelle Politik
 
Mal wieder zu Feuern!

Yahoo-Chef Scott Thompson gefeuert, weil er seinen Lebenslauf geschönt hatte.

Also ich weiß nicht was die wollen, einen ehrlichen Konzernchef? Beschießen gehört eigentlich zum Berufsleben dazu, das ist wie der Pfuschzettel in der Schule. Nun stellt euch vor man findet ein Pfuschzettel von Albert Einstein und verlangt, dass man ihm den Nobelpreis aberkennt.

implementation 20. Mai 2012 11:38

AW: Aktuelle Politik
 
Ich seh die Sache genauso wie Furtbichler. Von Gewalt von Seiten der Occupisten habe ich noch nichts gehört. Ist auch ganz geschickt so: Denn so stehen sie auf der Opferseite, statt auf der Täterseite, das gibt gleich eine ganz andere Wirkung. Denn so kann man sagen: "Schaut, wir demonstrieren friedlich, und die Polizei versucht uns gewaltsam daran zu hindern, unsere Meinung kundzutun!"

Ganz unabhängig davon, ob ich jetzt ihrer Meinung bin, oder nicht: Ich halt Occupy für eine starke Bewegung, vor der ich großen Respekt habe.

Und was fällt der Exekutive dazu ein? Verbieten wir doch einfach die Proteste, davon werden die Probleme schon verschwinden... Das ist arm und zeigt, dass Argumente fehlen. Und wenn sich die Demonstranten ihre verfassungsrechtlich gegebene Versammlungsfreiheit eben selbst nehmen, wird mit Wasserwerfern und Verhaftungen reagiert. Man kann nicht einfach einen so großen Massenprotest verbieten, weil er einem nicht in den Kram passt.

Furtbichler 20. Mai 2012 12:44

AW: Aktuelle Politik
 
Zitat:

Zitat von Popov (Beitrag 1167316)
Also ich weiß nicht was die wollen, einen ehrlichen Konzernchef? Bescheißen gehört eigentlich zum Berufsleben dazu

NEIN! :warn: Es gehört weder zum Berufs- noch zum normalen Leben dazu.

Leider ist es so (Mauscheleien sind hip), aber man muss diese Einstellung mit allen Mitteln bekämpfen!

Denn dann kann man ja auch seine Steuererklärung frisieren, die Behörden bestechen, und dann den Nachbarn wegmachen, weil er einem das Grillen verbieten will.

Romiox 20. Mai 2012 15:10

AW: Aktuelle Politik
 
Zitat:

Zitat von Furtbichler (Beitrag 1167329)
Zitat:

Zitat von Popov (Beitrag 1167316)
Also ich weiß nicht was die wollen, einen ehrlichen Konzernchef? Bescheißen gehört eigentlich zum Berufsleben dazu

NEIN! :warn: Es gehört weder zum Berufs- noch zum normalen Leben dazu.

Leider ist es so (Mauscheleien sind hip), aber man muss diese Einstellung mit allen Mitteln bekämpfen!

Du sprichst mir aus der Seele.
Ich würde zwar ein wenig differenzieren wollen zwischen Mauscheleien und Beschiss (wobei das letztlich sicher auch eine Definitionsfrage ist), aber durchs Leben gehen sollte man doch schon mit Prinzipien und Werten, und ich finde, dass man sich auch an denen messen lassen muss. Das Handeln nach ethischen und/oder moralischen Maximen ist nicht leicht, und auch wenn sie sich letztlich im Handeln manifestieren, so will ich darüber kein leichtfertiges Urteil sprechen. Aber der Leitgedanke sollte sein, dass man sein Handeln gegen seine Überzeugungen prüft, und nicht, dass man seine Überzeugungen an sein Handeln anpasst.
Das klingt ein wenig naiv, aber ich denke, es hielte einem solchen Vorwurf stand. Ethik ist idealistisch, und ich fordere ja auch keine Heiligen, sondern in erster Linie ein Bewusstsein für Recht/Unrecht bzw. moralischem/unmoralischem Handeln.

jaenicke 20. Mai 2012 16:46

AW: Aktuelle Politik
 
Zitat:

Zitat von Furtbichler (Beitrag 1167315)
Die Anti-AKW-Bewegung führte zum Umdenken im Umweltbewustsein.

Mal was ganz Neues. Seit wann das denn? Den Atomausstieg gibt es eben gerade nicht wegen der Demos, sondern weil Japan Frau Merkel gezeigt hat welche Folgen solche Unfälle haben können.
(Ihre Physikkenntnisse reichten offenbar nicht so weit um das auch so zu wissen bzw. sich vorzustellen...)

Und davon abgesehen (ich nehme mal an du meintest mich) unterstelle ich niemandem etwas. Ich habe mich explizit auf die Personen bezogen, die Dreck am Stecken haben (z.B. solchen die sich festketten). Und das absolut unabhängig vom Hintergrund.

Namenloser 20. Mai 2012 18:04

AW: Aktuelle Politik
 
Zitat:

Zitat von Furtbichler (Beitrag 1167307)
Zitat:

Zitat von NamenLozer (Beitrag 1167270)
Bei Occupy im Speziellen habe ich den Eindruck, dass es sich, neben ein paar Radikalen aus allen Richtungen, hauptsächlich um eigentlich unpolitische Leute handelt, die irgendwie diffus mit „dem System“ unzufrieden sind und jetzt ihren Frust ausleben, aber selbst gar nicht so genau wissen, wogegen sie eigentlich demonstrieren.

Das glaube ich nicht. Sie demonstrieren gegen die Allmacht der Banken, gegen die Ungerechtigkeit, mit der Banken ihren Wuchergeschäften nachgehen, gegen die Tatsache, das das Bankwesen inzwischen die Welt regiert, wie man sieht.

Vielleicht liest Du erstmal ein wenig, bevor Du deinen "Eindruck" äußerst.

Das weiß ich sehr wohl, und ich habe es in meiner Aussage, wie ich finde, treffend, wenn auch bewusst provokativ, reduziert.

Das Problem, das ich mit Occupy habe, ist, dass die Occupy-Demonstranten keine Lösungsansätze vorzuweisen haben. Bei vielen Demos gegen X ist die Lösung ja einfach – X abschaffen. Z.B. bei Atomkraftwerken. Aber „Geld, die Banken and everything“ einfach abschaffen? Wie soll das gehen?

Ist mir zu schwammig, sorry...

Furtbichler 21. Mai 2012 07:42

AW: Aktuelle Politik
 
Zitat:

Zitat von jaenicke (Beitrag 1167342)
Zitat:

Zitat von Furtbichler (Beitrag 1167315)
Die Anti-AKW-Bewegung führte zum Umdenken im Umweltbewustsein.

Mal was ganz Neues. Seit wann das denn?

Seit/in den 70er Jahren, und zwar mit der ersten Anti-AKW/Öko-Bewegung, woraus u.A. die Grünen hervorgingen (Gründungsjahr: 1979). Die anderen Gesellschaftsströmungen, die ihren maßgeblichen Anteil an der Gründung der Partei hattem sind Frauen-, Friedens- und Ökobewegung. Alle diese Bewegungen wären von dir abgelehnt worden, da sie eben auch mit solch kriminellen Schwersverbrechermethoden, wie 'anketten', 'Sitzblockade' usw. auf die Mißstände aufmerksam machten.
Zitat:

Zitat von jaenicke (Beitrag 1167342)
Und davon abgesehen (ich nehme mal an du meintest mich) unterstelle ich niemandem etwas. Ich habe mich explizit auf die Personen bezogen, die Dreck am Stecken haben (z.B. solchen die sich festketten). Und das absolut unabhängig vom Hintergrund.

Ich habe Dich gemeint. Denk einfach mal darüber nach, was ich geschrieben habe. Mit deiner Einstellung ("Die übertreten irgendein Gesetz") wären in deinen Augen auch die Montagsdemos in der ehemaligen DDR zu verteufeln, und -wie gesagt- jede gesellschaftliche Veränderung in den letzten 40 Jahren.

Die Gesellschaft kann auch mal dafür blechen ("unsere Steuergelder"), wenn Menschen ihr Recht auf Demonstration wahrnehmen, und nicht damit einverstanden sind, sich vom Demonstrationsort zu entfernen bzw. den Anweisungen der Staatsmacht nachzukommen.

Zitat:

Zitat von NamenLozer (Beitrag 1167350)
Das Problem, das ich mit Occupy habe, ist, dass die Occupy-Demonstranten keine Lösungsansätze vorzuweisen haben. Bei vielen Demos gegen X ist die Lösung ja einfach – X abschaffen. Z.B. bei Atomkraftwerken. Aber „Geld, die Banken and everything“ einfach abschaffen? Wie soll das gehen?

Ist mir zu schwammig, sorry...

Zunächst soll und will die Occupy-Bewegung Mißstände aufdecken und zur Disposition stellen. Einfache Lösungen gibt es nicht, dazu ist die Thematik zu komplex.

Einfache Lösungen haben die Populisten, und wer auf diese Schwätzer hereinfällt, ist selbst Schuld.

Wenn die Bewegung hilft, über Gesetze nachzudenken, die die Banken stärker in die Verantwortung nehmen, solls mir Recht sein.

Wenn der Markt der Finanzprodukte besteuert würde (so wie jeder andere Markt auch), hätte ich kein Problem damit: Keine einzige Bank würde pleite gehen.

Das Finanzsystem ist aus den Fugen geraten. Occupy macht darauf aufmerksam. Wieso sollten sie Lösungen präsentieren? Ich kann mir vorstellen, das dieser Ansatz dir deshalb zu schwammig ist, weil Du nun selbst gefragt bist, dir Gedanken zu machen. Das ist neu.

Namenloser 21. Mai 2012 13:37

AW: Aktuelle Politik
 
Zitat:

Zitat von Furtbichler (Beitrag 1167380)
Zunächst soll und will die Occupy-Bewegung Mißstände aufdecken und zur Disposition stellen. Einfache Lösungen gibt es nicht, dazu ist die Thematik zu komplex.

Einfache Lösungen haben die Populisten, und wer auf diese Schwätzer hereinfällt, ist selbst Schuld.

Hat ja niemand gesagt, dass die Lösung einfach sein muss. Hast du eigentlich schon gemerkt, dass Occupy selbst Populismus pur ist? „Die 1% sind an allem schuld!“.
Zitat:

Zitat von Furtbichler (Beitrag 1167380)
Wenn die Bewegung hilft, über Gesetze nachzudenken, die die Banken stärker in die Verantwortung nehmen, solls mir Recht sein.
[...]
Das Finanzsystem ist aus den Fugen geraten. Occupy macht darauf aufmerksam.

Weiß ich auch so, dazu brauche ich nicht Occupy. Selbst die Politik hat ja schon erkannt, dass die Finanzmärkte „Monster“ sind. Das ist absolut nichts neues. Nur eine Lösung hat niemand, das wäre mal was wirklich originelles.
Zitat:

Zitat von Furtbichler (Beitrag 1167380)
Ich kann mir vorstellen, das dieser Ansatz dir deshalb zu schwammig ist, weil Du nun selbst gefragt bist, dir Gedanken zu machen. Das ist neu.

Dass ich mir selbst keine Gedanken machen würde, lasse ich mir von dir jetzt wirklich nicht unterstellen.

Iwo Asnet 21. Mai 2012 15:43

AW: Aktuelle Politik
 
Zitat:

Zitat von NamenLozer (Beitrag 1167422)
Hat ja niemand gesagt, dass die Lösung einfach sein muss. Hast du eigentlich schon gemerkt, dass Occupy selbst Populismus pur ist? „Die 1% sind an allem schuld!“.

Wer behauptet das und wo steht das? Woher ist das Zitat?

Zitat:

Weiß ich auch so, dazu brauche ich nicht Occupy. Selbst die Politik hat ja schon erkannt, dass die Finanzmärkte „Monster“ sind. Das ist absolut nichts neues.
Moment: Vor der Occupy-Bewegung war da nichts. Klar wussten alle Bescheid, aber gesagt hat es keiner.

Man kann natürlich über Protestler denken wie man will. Occupy hat zunächst einmal Recht. Daran ist nichts Falsches. Sie sind den Banken und dem Staat ein Dorn im Auge. Ist auch nicht gerade schlecht.

Das man immer etwas findet, woran man rummäkeln kann, und sei es das Fehlen von Lösungen, ist eine Krankheit unserer Gesellschaft, mit der man -wie mit einem lästigen Schnupfen- leben muss und kann.

Nebenbei: Die persönliche Ansprache -auch vom Furtbichler- sollte man ignorieren. Es geht schließlich nur um Politik.

Klaus01 21. Mai 2012 15:59

AW: Aktuelle Politik
 
Zitat:

Zitat von Iwo Asnet (Beitrag 1167440)
Zitat:

Zitat von NamenLozer (Beitrag 1167422)
Hat ja niemand gesagt, dass die Lösung einfach sein muss. Hast du eigentlich schon gemerkt, dass Occupy selbst Populismus pur ist? „Die 1% sind an allem schuld!“.

Wer behauptet das und wo steht das? Woher ist das Zitat?

We are the 99%
Grüße
Klaus


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