Delphi-PRAXiS
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bernau 3. Mai 2020 09:04

Datenbank: Firebird • Version: 3 • Zugriff über: FireDac

Daten einer Datenbank automatisch in eine neu zu erstellende Datenbank verschieben.
 
Hallo zusammen,


ich werde für mein größtest Softwarepaket in den nächsten Monaten(Jahren) die Datenbank wechseln. Weg von ADS auf einen SQL-Server. Mein Favorit ist grade Firebird.

Ein Problem, was ich immer habe, ist die riesige Datenmenge an Dokumenten. Dokumente werden nur zugefügt und werden nicht gelöscht. Das macht bei einem Backup (manchmal über das Internet) regelmäßig Probleme.



Was ich mir nun vorgestellt habe. Alle bestehenden Tabellen kommen in eine Datenbank.

myData.fdb

Die Dokumente (in Blobs gespeichert) landen in einer zweiten Datenbank

myDataDokuments.fdb

Ich möchten nun, dass ab einer bestimmten Größe (ca. 1GB) eine weitere Datenbank angelegt wird

myDataDokuments1.fdb

Die neue Datenbankdatei soll readonly werden. Diese muss nur ein einziges mal gesichert werden. Alle neuen Dokumente landen weiterhin in der bestehenden, nun wieder kleinen Datenbank.

myDataDokuments.fdb.

Sollte diese wieder größer als 1 GB werden, dann wird die nächste Datenbank angelegt

myDataDokuments2.fdb

u.s.w.



Nun zu meiner Frage:

Ist Firebird in der Lage, dies automatisch zu erledigen? Oder muss ich ein Serviceprogramm schreiben, welches regelmäßig aufgerufen wird, die Größe kontrolliert und die beschriebene Aktion durchführt?



Gerne hätte ich auch Ideen, wie man Dokumente ggf. anders speichern kann, ohne immer für ein Backup riesige Datenmengen schaufeln zu müssen.

tsteinmaurer 3. Mai 2020 09:30

AW: Daten einer Datenbank automatisch in eine neu zu erstellende Datenbank verschiebe
 
Hallo Gerd,

Firebird kann das nicht automatisch erledigen.

Generell ist das Aufteilen auf mehrere Datenbanken mit Vorsicht zu genießen, da Dinge wie z.b. FOREGIN KEY Constraints nicht Cross-DB funktionieren, wenn du z.B. archivierte Dokumente auf Stammdaten referenzieren möchtest. Du kannst auch in einem
Code:
SELECT ...
keine mehreren Datenbank ansprechen, sondern nur umständlicher via
Code:
EXECUTE STATEMENT ... ON EXTERNAL ...
in PQSL Blöcken.

LG

jobo 3. Mai 2020 09:47

AW: Daten einer Datenbank automatisch in eine neu zu erstellende Datenbank verschiebe
 
Vielleicht hilft Dir der Link:
http://www.firebirdsql.org/file/docu...s-clone-nodump

Man kann dann mit GBAK z.B. sowas unter Linux machen:
ALTER DATABASE BEGIN BACKUP
<Backup Prozess>
ALTER DATABASE END BACKUP

konkret:
ALTER DATABASE BEGIN BACKUP
gbak -backup emptest stdout | gbak -replace stdin emptest_2
ALTER DATABASE END BACKUP

Etwas umständlicher dann halt entsprechend unter Windows.

Dateien würde man per se wahrscheinlich gar nicht in die DB speichern, sondern daneben und nur die Links in der DB verwalten. Der einzige Grund, es anders zu machen ist m.E. ein Zugriffsschutz für die Dateien auf dem Client (oder sogar auf dem Server).
Sprich, speziell die Nutzung von FB als Client DB wäre ein Grund, auch Dateien "sicher" in der DB abzulegen um sie dem direkten Nutzerzugriff zu entziehen.
Wenn Du allerdings davon redest, einen Backup Service zu schreiben, könnte man genau das auch gleich für Dateien tun. Also einen Dienst schaffen, der Dateien gezielt an einem sicheren (und uU lokalen) Ort ablegt oder ggF. einen bestehenden einbinden.

mkinzler 3. Mai 2020 09:53

AW: Daten einer Datenbank automatisch in eine neu zu erstellende Datenbank verschiebe
 
Jein. Ist gibt die Möglichkeit eine Datenbank zu erstellen, welche aus mehreren Dateien besteht. (multi-file database). Man kann dan definieren bei welchen Bedingungen dann Sekundärdateien erstellt werden. Dies hat aber einen negativen Effekt auf die Performance.

Ghostwalker 3. Mai 2020 10:03

AW: Daten einer Datenbank automatisch in eine neu zu erstellende Datenbank verschiebe
 
Von Oracle her kenn ich da nur die "partitioned Tables", da kann man sowas autoatisch machen (Soweit ich weiß, kann das auch MS-SQL).

Denkansätze:

a) Backup-Strategie

Wenn du jedesmal ein Fullbackup machst (also die komplette DB), würd ich erstmal auf inkrementelles Backup umstellen. Dabei erstellst du nur einmalig ein vollständiges Backup, danach werden nur noch die Änderungen gespeichert.


b) Dokument auslagern

Dokumente würd ich im Filesystem speichern, in der DB nur Links zu den entsprechenden Dateien. Dabeneben stehen in der DB nur die Meta-Daten.


Gruß

Uwe

Uwe Raabe 3. Mai 2020 10:26

AW: Daten einer Datenbank automatisch in eine neu zu erstellende Datenbank verschiebe
 
Zitat:

Zitat von bernau (Beitrag 1463439)
Die Dokumente (in Blobs gespeichert) landen in einer zweiten Datenbank

myDataDokuments.fdb

Ich möchten nun, dass ab einer bestimmten Größe (ca. 1GB) eine weitere Datenbank angelegt wird

myDataDokuments1.fdb

Die neue Datenbankdatei soll readonly werden. Diese muss nur ein einziges mal gesichert werden. Alle neuen Dokumente landen weiterhin in der bestehenden, nun wieder kleinen Datenbank.

myDataDokuments.fdb.

Kannst du das nicht ganz einfach so realisieren?
Code:
rename myDataDokuments.fdb -> myDataDokuments1.fdb
create myDataDokuments.fdb
Der Zugriff auf myDataDokuments1.fdb und höher kann dann ja im Programm read-only implementiert werden.

Existieren schon nummerierte Dateien muss das Rename halt zyklisch erfolgen.

IBExpert 3. Mai 2020 10:28

AW: Daten einer Datenbank automatisch in eine neu zu erstellende Datenbank verschiebe
 
Das kann Firebird sehr wohl und wir machen genau den Ansatz schon so seit Jahren, mit Blobdatenmengen bis hin in den Terabyte Bereich (Ich geh mal davon aus, das dein Begriff Dokument als Blob zu verstehen ist, also pdf oder sonstwas)

Genereller Ansatz:

-Du speicherst deine blobs (pdfs etc.) am besten in eigene Tabelle, in den Tabellen die dazu gehören packst du zum Beispiel nur den fk zu dem Blob in der Blob Tabelle

-Wenn ein neuer Blob inhalt gespeichert werden soll, speicherst du den ganz normal in deiner aktiven Produktionsdatenbank

-Wichtig: wenn dein Client auf einen Blob Inhalt später lesend zugreift, dann machst du das nicht direkt per select auf der Tabelle, sondern über einen select auf einer sp, die den PK als parameter bekommt (ich nenn die hier mal getblob, ist aber nichts eingebautes, sondern ganz simpel selber zu erstellen)

-Du legst dir entweder jährlich oder in welchen Arten auch immer extra DBs an, in denen nichts als die blob tabelle baugleich ist (B2020.fdb, B2019.fdb, B2018.fdb usw)

-In einem simplen Reorg job, der zum Beispiel jede Nacht auf deiner Produktions DB läuft, schiebst du die blob daten, die z.B. älter als x Tage sind oder wie bei uns alle die gestern oder noch älter sind von der Produktions DB in die aktuelle offene Jahres DB (diese ist readwrite)

-Das übertragen geht per execute statement on external in einer sp oder einem execute block transaktionssicher, also delete in production und insert into jahres db ist ein einziger commit, obwohl 2 dbs

-Wenn du einen blob lesen willst, kann anhand der blob tabellen metadaten (timestamp) erkannt werden, wo die zu finden sind. Deine sp getblob macht nun als nicht anderes, als die metadaten zu dem blob auszulesen und per execute statement on external den eigentlich blob inhalt aus der jahres db in den speicher der production db holen und von da als rückgabe von der sp im client anzeigen, in datei packen oder was auchimmer damit machen.

-am jahresende setzt du die jahresdb auf readonly, select mit execute statement on external geht weiterhin, es muss nicht mal eine db auf dem eigenen server sein, sondern kann irgendwo aus der cloud kommen. Deine Getblob sp kann ja zu den metadaten irgendwelche Connectionstring aus einer tabelle auslesen und die dann benutzen.

-archivierte readonly jahresdbs packen wir auch meistens nicht auf schnelle ssds, sondern durchaus auf große hdds, weil die nur ein mal beim read only setzen gesichert werden müssen und dann nie wieder, weil die ja auch nie wieder geändert werden. Da alte Dokument selten geschwindigkeitskritisch sind, reciht das auch von hdds.

Wenn Interesse besteht können wir genau das Thema auch gerne mal nächsten Mittwoch um 17 Uhr im Stammtisch besprechen, weil ich weiss, das viele so eine Anforderungen haben und gerne den ganzen Kram in die db packen, aber dann in Probleme laufen, wenn die db nach wenigen Monaten oder Jahren dann dutzende oder hunderte Gigabyte haben und Backup/Restores endlos dauern.


Ganz wichtig aus meiner sicht: Mit "Nicht Blob Daten" ist das Mumpitz, geht auch, z.B. per datebase trigger oder table trigger, ist aber dann extrem umständlich, damit foreignkey beziehungen in abfragen sauber über mehrere Datenbank abzubilden und bringt nichts an Speed, ganz im Gegenteil.

IBExpert 3. Mai 2020 10:36

AW: Daten einer Datenbank automatisch in eine neu zu erstellende Datenbank verschiebe
 
Zitat:

Zitat von Ghostwalker (Beitrag 1463453)
b) Dokument auslagern
Dokumente würd ich im Filesystem speichern, in der DB nur Links zu den entsprechenden Dateien. Dabeneben stehen in der DB nur die Meta-Daten.

genau das würde ich nicht machen, weil dafür jeder Client Zugriff auf diese Dateien im Dateisystem braucht, das freut jeden Trojaner

Und wenn die jemand mal in seiner Trotteligkeit versehentlich eine Datei oder gleich ganze Ordner von da verschoben hat, sind deine
Metadaten unbrauchbar, weil da zwar was sein müsste, aber nix ist und keiner weiß warum. Das Filesystem ist in dem Sinne
nicht wirklich transakionssicher, alles readonly machen kann zwar helfen, ist aber umständlich, Filesysteme sind auch nur begrenzt
skalierbar und in der Microsoft Welt auch lizenztechnisch nicht ganz banal.

tsteinmaurer 3. Mai 2020 10:53

AW: Daten einer Datenbank automatisch in eine neu zu erstellende Datenbank verschiebe
 
Hallo Holger,

Zitat:

Das kann Firebird sehr wohl und wir machen genau den Ansatz schon so seit Jahren ...
Ja, wenn man dann selbst (sehr) viel herumbaut, was du ja mit deiner 9 Punkteliste gezeigt hast. Wollte Gerd nur vermitteln, dass man hier "Out-Of-The Box" wenig Wunder erwarten kann bzw. dass es Cross-DB gewisse Einschränkungen gibt und z.b. kein Löschen in deiner Stammdaten-DB unterbunden wird (z.B. Adresse, Rechnung, Kunde etc.), obwohl dieser Datensatz in der Archiv-DB noch referenziert wird.

LG

bernau 3. Mai 2020 11:45

AW: Daten einer Datenbank automatisch in eine neu zu erstellende Datenbank verschiebe
 
Hallo zusammen,


danke erst einmal für eure Antworten.

Auslagern der Dokumente in einzelne Dateien ins Filesystem kommt aus verschiedenen Gründen nicht in Frage.

* Ich möchte keinen Zugriff mehr vom Programm auf das Dateisystem. Ein reiner IP-Zugriff ist für mich aus Gründen der Datensicherheit ein Totschlagargument geworden.

* Bei einer großen Anzahl (>50.000) von Dateien in einem Verzeichnis habe ich schon öfter Probleme mit Performance des Dateisystem bekommen. Habe das gelöst, in dem ich max 1000 Dateien in viele Unterverzeichnis gelegt habe. Aber auch das ist nicht das gelbe vom Ei.


Die angesprochene Funktion "out of the Box" wäre schön. Deshalb habe ich ja gefragt. Ist aber für mich nicht ein Ausschlusskriterium. Wenn ich mich für eine DB entschieden habe, werde ich wohl damit bis zu meiner Rente arbeiten. Eine Umstellung meiner Software auf die neue DB würde auch > 6 Monate in Anspruch nehmen. Bis dahin werde ich mich wohl gut in die neue DB eingearbeitet haben. Aber wenn es "out of the Box" gehen würde, dann wäre das natürlich angenehm.


@Holger: Ich werde mir mal am Mittwoch deinen Stammtisch anschauen. Freue mich schon drauf.


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